Zeitreise in den Orient

Viele wünschen sich vielleicht nur für einen Tag in einer anderen Zeitepoche zu leben. Am interessantesten wäre es natürlich, wenn man in einem fremden Land landen würde.

Mich zum Beispiel interessiert das Mittelalter in Europa sehr. Die Kleidung, die Bräuche, die Gebäude und die Hexen sind sehr anziehende Themen für mich. Bestimmt wissen Europäer so einiges über ihre Geschichte und wie Europa früher war. Aber wie wäre es das Mittelalter im Orient zu erleben?

Der Orient hat mich schon immer fasziniert. Ich lebe zwar im heutigen „Orient“, aber man kann den nicht wirklich mit der früheren Zeit vergleichen. Vieles hat sich natürlich mit der Zeit verändert.

Kairo ist heute eine der größten Metropolen der Welt und die größte Stadt Afrikas. Aber wer wusste, dass Kairo ursprünglich aus 3 Hauptstädten aus verschiedenen Epochen besteht? Diese sind: Al Askar, Al Qataie und Al Fustat.

Jede dieser Hauptstädte hat ihren eigenen Stil und Charakteristiken. Die Moscheen haben sich von Zeit zu Zeit erweitert und die Baukunst hat sich verbessert. Im heutigen islamischen Kairo stehen die riesige Ibn Tulun Moschee, und die Al Azhar Moschee mit den doppelten Minaretten, die die erste Universität der Welt war.

 

Al Azhar Minarette

Al Azhar Minarette

 

Von den engen Gassen und den schönen kleinen Häusern haben noch viele überlebt. Leider sind die Gassen heute mit Verkäufern und Händlern überfüllt, aber das orientalische exotische Gefühl hat man dort heute noch. Vielleicht sind es die Gewürzgeschäfte oder die alten Gebäude um einen herum, die diesen Ort so hinreißend machen. Eines der alten Gebäude ist Beit Al Seheimi. Man kann dieses Haus als Museum besuchen. Abends finden dort oft Konzerte statt.

 

orientalischer Bazar

orientalischer Bazar

Es ist auch sehr interessant zu wissen, dass damals Christen und Muslims sehr friedlich zusammen lebten. Natürlich gab es hin und wieder alltägliche Probleme. Aber insgesamt kann man sagen, dass es damals viel friedlicher war als heute.

Bis Al Hakim an die Macht kam. Die Lage veränderte sich da drastisch. Er hat viele Maßnahmen unternommen, um zwischen den Religionen zu unterscheiden. Christen mussten jetzt ein riesiges Holzkreuz tragen und Juden mussten ein Stück Holz mit sich herum tragen. Beide durften keine Pferde mehr reiten und keinen Turban mehr tragen. Manche Kirchen wurden abgerissen und neue religiöse Gebäude durften nicht gebaut werden.

Somit wurde das friedliche Zusammenleben von Juden, Christen, und Muslimen im Fatimiden Reich von Al Hakims Politik und Islamisierung in der Verwaltung schwer zerstört.

 

About Christina

Ich heiße Christina. Ich bin halb Österreicherin, halb Ägypterin, und bin in Ägypten aufgewachsen, wo ich die Deutsche Schule besucht habe. Ich finde es gut binational zu sein, weil ich dadurch die Möglichkeit habe, sowohl die wesltiche als auch die orientalische Perspektive zu sehen und zu verstehen.