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Sklaven und Sklaverei im Alten Ägypten


Sklaven und Sklaverei im Alten Ägypten

 

Possible African slaves in Egypt

Es wurde schon immer vermutet, dass die Pyramiden in Gizeh von tausenden ausländischen Sklaven gebaut wurden. Sie arbeiteten Jahre lang unter sehr harten Bedingungen. Heute wiederlegen viele Wissenschaftler diese These und glauben, dass die Pyramiden von den freien Ägyptern gebaut wurden.


 

Das Wort Sklave bedeutet “Ein Mensch, der als Eigentum einer Person oder eines Haushaltes gebunden ist“. Es bedeutet nicht, dass der Sklave dem Staat gehört, aber einer Person oder einem Haushalt. Jeder betrachtet sicherlich irgendeinen Menschen, der in Knechtschaft gebunden ist als einen Sklaven.

 

Die Texte über Sklaven vom alten Ägypten sind undeutlich. Es ist schwer festzustellen, ob die gemeinte Person im Text ein Sklave oder ein Diener war. Man kann z.B. einen Priester als Gottessklaven sehen, was zu unserer heutigen Definition überhaupt nicht passt. Beim Lesen eines ägyptischen Textes ist es wichtig auf den Kontext zu achten, weil man nur dadurch verstehen kann, ob überhaupt die Sklaverei und welche Art der Sklaverei gemeint ist. Es sind nicht nur die Menschen gemeint, die nicht frei sind, sondern auch die, die eine beschränkte Freiheit haben. Ein Künstler, der an einem Grab gearbeitet hat, und der im Arbeiterforf Deir El Medina lebte, konnte nicht einfach so die Arbeit verlassen. Somit war jeder unter der Herrschaft eines Pharaos in irgendeiner Hinsicht ein Sklave. Es ist noch schwieriger Sklaven auf Abbildungen zu erkennen als in Texten.

 

Leider helfen das antike Rom und die Kultur der Neuen Welt wenig die Sklaverei des alten Ägypten zu verstehen. Die meiste Bevölkerung war stark mit der Landwirtschaft gebunden oder befolgte erbliche Berufe. Diese Männer oder Frauen waren oft Leibeigene von Königen, Hohe Priester oder Tempel Liegenschaften. Dieses Bild ist dem Leben zu Mittelalterzeiten sehr ähnlich.

 

Eine bessere Definition wäre vielleicht “eine Person, die von einem Master besitzt wird. Er hat das Recht diese Person zu vererben, verschenken oder zu verkaufen“. In Wirklichkeit gab es diese Art von Sklaverei nicht in Ägypten. Sie verbreitete sich erst in der griechischen Periode.
 

 

Die meisten Statistiken im alten Ägypten basieren auf Vermutungen und nicht auf Wissen. Die Sklaverei spielte eine große Rolle in der Ausweiterungsphase im Neuen Königreich. Thutmosis III z.B. kehrte aus seiner Militärkampagne in Kanaan mit 90.000 Sklaven zurück. Die Armeen zu dieser Zeit bestanden vielleicht aus tausenden oder zehn tausenden Soldaten, d.h., dass die meisten Gefangenen Zivilisten waren.

 

Es gibt hieroglyphische Zeichen, die sich auf einer Menschengruppe beziehen, die bestimmten Personen oder Institutionen gehörten, wie z.B. Tempeln. Seit dem Alten Königreich wurden diese Gruppen zusammen mit Land und Rind erwähnt. Während des Mittleren Königreichs wissen wir, dass sie durch Vermächtnis oder Arrangements erworben wurden. Im Neuen Königreich konnten Gefangene entweder eingestellt werden oder einer Stiftung gegeben werden.

 

Es gibt noch eine andere Gruppe, die entweder Personen oder Institutionen gehörte, die aber nicht mit Land und Vieh verbunden war. Obwohl wir wenig über diese Gruppe wissen, wissen wir dass sie während des Mittleren Königreichs in die Häuser von Priestern, Noblen und Beamten transferiert wurden. Die Sklaven des Königs waren sein Eigentum. Ihre Aufgaben waren nicht nur auf die Landwirtschaft beschränkt. Sie waren auch oft im Haushalt tätig. Wir glauben, dass ihre Kinder die Position der Eltern geerbt haben.

Captives depicted at Medinet Habu, almost certainly being led into slavery

 

In Ägypten sowie auch in anderen Ländern ist die älteste Ursache von Sklaverei der Krieg. Besonders in Ägypten war die Regel, dass alle Kriegsgefangene egal ob Soldaten oder Zivilisten gleich als königliche Ressource galten. Der König behielt nicht immer alle Sklaven. Manche wurden in andere Kolonien als Arbeitskräfte geschickt. Er hat auch einige Sklaven Tempeln, wichtige Einzelpersonen und seinen Soldaten als Beute erteilt. Bis 19 Gefangene konnten einer Einzelperson erteilt werden, darunter Männer und Frauen. Tempel hingegen wurden bis zu tausend Sklaven erteilt. Es wurde auch mit Sklaven gehandelt. Amenhotep III z.B. bestellte 40 Mädchen von Milkilu, einem Prinzen aus Kanaan und bezahlte dafür 40 Kit Silber für jedes Mädchen.
 

 

Aus dem Brooklyn Papyrus erfahren wir, dass die ägyptischen Sklaven mit den Sklaven aus dem Nah Osten vermischt wurden. Es scheint, dass sie besser als ihre ägyptischen Kollegen angesehen wurden. Es ist deswegen so, weil sie als Gefangene oder als Nachfahren einer besseren Schicht als die Ägypter angehörten. Die Ägypter wurden bestraft indem sie Sklaven wurden. Das bedeutet, dass manche Ägypter, die etwas Schlimmes getan haben, Sklaven wurden. Diese Taten hatten auch Effekte auf Frau und Kinder. Ein Kind, das von einer Sklavin geboren wurde, war automatisch auch ein Sklave. Es ist dabei egal, ob der Vater ein freier Mann war oder nicht.
 

 

Statuette of a young servant girl who could be either a free peasant or a slave

Auf Papyrus aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. steht, dass man sich als freier Mann verkaufen konnte und somit Sklave wurde. In Wirklichkeit trafen sie diese Entscheidung nicht freiwillig, sondern wurden dazu gezwungen, weil sie die Schulden nicht zahlen konnten. Nicht nur der Verschluderte wurde zum Sklave, sondern auch seine Kinder. Noch dazu musste er alles aufgeben was er besaß. Manchmal verkauften sich Bauern für Essen oder Unterkunft. Daraus folgt, dass es den Sklaven aus dem Alten Ägypten besser ging als Sklaven aus anderen Perioden oder Gesellschaften oder sogar freien Menschen.
 

 

Obwohl es kein ungewöhnliches Geschäft war, gibt es wenig Information über Sklavenhandel. Es gab wahrscheinlich keinen öffentlichen Markt für Sklaven. Individuelle Händler sind selbst an ihre Kunden gekommen. Es gab so eine Art Vertrag, der geschrieben wurde. Im Vertrag stand z.B. dass das Land mit 35 Sklaven und Sklavinnen verkauft wird. Wenn Sklaven mit verkauft wurden, gab es eine extra Steuer zu bezahlen.

 

Sklaven wurden nicht immer verkauft. Sie wurden auch religiösen Stiftungen übergeben. Apries aus der 26. Dynastie verordnete, dass ein Stück Land in der Nähe von Memphis zusammen mit den Sklaven, dem Vieh und den Produkte dem Gott Ptah gewidmet werden. Auch nicht royale taten das gleiche. Ein Verwalter vom Tempel von Amun namens Amunmes aus der 18. Dynastie widmete dem Gott Amun eine Statue wo drauf stand, dass er sein ganzes Eigentum, darunter Sklaven und Sklavinnen, Häuser, Gärten, und Vieh dem Gott spendete.

 

Der Sklavenpreis war unterschiedlich. Im Leiden Papyrus aus dem Jahre 727 v.Chr., also sehr spät in der pharaonischen Zeit, steht dass 32 Sklaven privat verkauft wurden für einen Kit Silber. Während der 25. Und 26. Dynastien war der durchschnittliche Preis 2.9. Kit.
 
 
Die Anzahl der Sklaven war für jede Person variabel. Ein hoher Beamter aus der 13. Dynastie besaß z.B. mehr als 40 Sklaven aus dem Nahen Osten. Auf einer Stela schreibt ein Besitzer: „Ich habe drei Sklaven und sieben Sklavinnen zusätzlich zu den Sklaven meines Vaters erworben.“

 

Der Besitzer kann die Sklaven einstellen wie er möchte, wie z.B. als Kinderaufpasser, Koch, Brauer oder Dienstmädchen. Sie haben auch in den Gärten, auf dem Feld oder im Stall gearbeitet. Manchmal mussten Sklaven neue Fähigkeiten lernen, damit sie mehr wert sind. Als Handwerker hatten sie schon einen besseren Stand. Sklaven konnten auch Handelsagent werden und andere Sklaven trainieren. Sklaven, die schreiben lernten wurden als Manager des Besitzers eingestellt. Im Leopold Papyrus steht, dass ein freier Mann unter der Aufsicht von einem Nubischen Sklaven arbeitete, der zu den hohen Priestern von Amun gehörte. In allen Fällen waren die Sklaven dem König und den Tempeln zugeordnet. Das schlechteste, was einem Sklaven passieren könnte war, dass er ein Minenarbeiter wird.

 

Obwohl die Sklaven als Eigentume des Besitzers betrachtet wurden, und er ihnen gegenüber Rechte hatte, musste er sich an paar Verpflichtungen halten. Die Herrin des Hauses war für die Nahrung der Sklavenkinder verantwortlich. Laut einem Brief aus der 18. Dynastie durften die Sklavenkinder auch keine schweren Arbeiten machen. Manchmal wurden Sklaven auch fast zu geliebten Familienmitgliedern. In einer Statue wurden ein Mann, seine Frau und ein jung Sklave in Zeichen der Zuneigung dargestellt.
 

 

Sklaven im alten Ägypten hatten das Recht  persönliches Eigentum zu besitzen. In einer Stela aus dem Neuen Königreich steht, dass zwei Sklavinnen ihrem Herren Land im Gegenzug von Güter getauscht haben. Sie handelten unabhängig, wie andere Eigentümer.
 

 

Statuette of a young servant girl who could be either a free peasant or a slave

 

Sklaven wurden offenbar auch eine angemessene Gegenleistung im Rechtssystem Ägyptens gegeben. In einem Papyrus wird über die Untersuchungen der Grabdiebstähle im Neuen Reich berichtet. Man erfuhr unter anderem auch, dass Sklaven in diesen Diebstählen verwickelt waren. Während den Anhörungen wurden die Sklaven wie alle anderen behandelt. Die in der Tat verwickelt waren, wurden zu einem gewissen Maß gefoltert. In diesem Fall mussten viele gegen ihren Meister aussagen.
 

 

Obwohl nur wenig Information über die Ehe der Sklaven vorhanden ist, wissen wir, dass Ehen bei den Sklaven möglich waren. Das Zusammenleben wurde von dem Herren sanktioniert. Sklaven durften zumindest in bestimmten Umständen nicht-Sklaven heiraten. Im Neuen Königreich hat ein Friseur des Königs seine eigene Nichte an einem seiner Sklaven verheiratet. In einem anderen Fall hat eine Frau ihren Bruder erlaubt  einer ihrer Sklavinnen zu heiraten. In diesen Fällen musste der Sklave aber befreit werden.

 

Natürlich waren Sklaven nicht froh Sklaven zu sein. In der langen Geschichte Ägyptens haben wir nie was gehört, dass ein Sklave sich frei gekauft hat. Falls ein Sklave geflüchtet ist, konnte der König die Behörden einstellen, um den Flüchtling zu fangen. Der einzige Weg für einen Sklaven zu flüchten war ganz Ägypten zu verlassen. Es war aber nicht so leicht. So wurden z.B. im berühmten Vertrag zwischen Ramses II und den Hethitern nach der Schlacht von Kadesch die Flüchtlinge wieder zurück in ihre Heimat transportiert.

Sklaven flüchten nur, wenn sie richtig schlecht behandelt wurden, was in Ägypten selten der Fall war. Für viele ging es als Sklave viel besser als andere freie Menschen anderswo.

 

Zuletzt aktualisiert am: 05. November. 2012

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