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Tempel Ägyptens


Die Tempel Ägyptens

 

Tempel Ägyptens

Von Monroe Edgar

 

Eine Einführung zu den antiken Tempeln Ägyptens zu schreiben, dürfte sich als schwieriger herausstellen, als eine ihrer besonderen Strukturen zu beschreiben. Das hat mehrere Gründe. Zuerst ist der Ausdruck "Tempel" irreführend und zweitens betrifft dieser Term so viele verschiedene Bauwerke und Konstukte, die über eine solch große Zeitspanne hinweg entstanden sind, dass man es sich kaum vor Augen führen kann, mit welch immensem Zeitraum man es zutun hat.


 

The Ramessuem on the West   Bank at   Luxor (Ancient Thebes)

 

Das Ramesseum auf der West Bank in Luxor (ehemaligem Theben)

 

Denken Sie einmal an das Römische Kolosseum in Rom. Es ist fast 2000 Jahre alt und die meisten würden es einfach sehr alt nennen. Als aber die Römer das erste Mal nach Ägypten kamen, wurden sie mit Ehrfurcht für die ägyptischen Tempel erfüllt, die schon für sie damals teilweise noch antiker waren als das Kolosseum für uns heute. Man muss sich vorstellen, was für eine Wirkung diese Tempel auf die Ägypter hatten. Stellen Sie sich die Gefühle eines jungen Priesters vor, der zum erstem Mal in die heiligen Räume der St. Peter Kathedrale in Rom eintritt. Wie muss sich ein junger ägyptischer Priester dann gefühlt haben, wenn er in den Höfen der Tempel von Heliopolis, umherging, die für ihn noch viel antiker waren als St. Peter für einen jungen Priester von heute.

 

Das "New World Dicitionary" von Webster definiert temple [engl.] als "1. Gebäude für die Verehrung eines oder mehrerer Götter und 2. Riesiges Gebäude für besondere Zwecke". Für diese zweite Definition wird als Beispiel ein "Kunst-Tempel" genannt.Keine dieser Definitionen passt sehr gut in den Kontext eines ägyptischen Tempels oder einer anderen religiösen Baustruktur in Ägypten obwohl die verschiedenen Typen von Grabstätten, die von damals bekannt sind, fast immer als Tempel bezeichnet werden.

 

Natürlich enthalten manche dieser so genannten Tempel auch die Eigenschaften der Webster-Definition. Es ist sogar schwer irgendein großes, antikes Gebäude zu finden, dass nicht in seine Definition fällt, Paläste und Regierungsgebäude eingeschlossen. Für einen modernen Leser dürfte es aber selbstverständlich erscheinen, dass ein Tempel Platz religiöser Verehrung ist, wie in der ersten Definition festgeschrieben. Diese Definition wiederum ist aber zu begrenzt, um den Gebilden, die viele heutige Ägyptologen lieber als "Gottes-Häuser" beschreiben, gerecht zu werden. Denn diese vermeindlichen Tempel von damals hatten teilweise sehr andere Funktionen, wie die einer Festung, eines Verwaltungsgebäudes, königliche Repräsentationen oder Rückzugsorte. Andererseits ist natürlich auch der Ausdruck "Gottes-Haus" problematisch, wenn andere, wie politische Funktionen berücksichtigt werden.

 

Der antike ägyptische Tempel erhielt Zuwendungen. Der Toten-Tempel und der Kult um den toten König formte die ganzen Pyramiden-Komplexe der frühen Könige. Tempel besaßen Land, Vieh und erhielten Spenden, manchmal sogar Kriegsbeute, um damit die vielen Priester und Arbeiter zu versorgen und manchmal die ganze Stadt.

 

 

The Temple of Karnak at   Luxor

 

Der Karnak-Tempel von Luxor

 

Der Temple of Karnak ist zwar die weltweit größte erhaltene religiöse Anlage, war einst aber womöglich nicht Ägyptens größter Tempel. Der Tempel von Ptah in Memphis, von dem heute annähernd nichts mehr erhalten ist, war mit großer Wahrscheinlichkeit größer. Er war auch älter und dort gelegen, wo sich zur meisten Zeit die Hauptstadt Ägyptens befand. Er wahr wohl in aller erster Line ein administratives Zentrum. Andere Tempel im Nildelta dürften mindestens ebensogroß wie der Karnak Tempel gewesen sein.

Karnak, Dendera oder Kom Ombo , als Beispiele, fallen im großen und ganzen unter die Kathegorie "Gottes-Häuser". Aber das war nicht ihre einzige Aufgabe. Während sicherlich auch Gottesverehrung stattfand und der Tempel sein symbolisches Zuhause darstellte, war die physische Versorgung des Gottes genauso wichtig, wie seine Anbetung. Vielleicht gab es gar kein Gebet im heutigen Sinn dieses Wortes und die Nachrichten des Gottes an das Volk, was oft mit einem Tempel assoziiert wird, spielte unter Umständen eine sehr kleine Rolle. Die Anstrengungen spielten sich wohl eher im Inneren mit der Umsorgung des Gottes ab.

Man muss stark zwischen den Toten-Tempeln der Könige und den Tempeln wie Karnak unterscheiden. Könige wurden als Götter wahrgenommen und nach ihrem Tod brauchten sie einen Wohnsitz und die selbe Aufmerksamkeit wie andere Götter. Beide, der reguläre "Tempel" und der Toten-Tempel dienten dem Zweck, den Namen des Königs oder des Gottes am Leben zu erhalten.

 

A temple on the West Bank     at Luxor



Temple of Dendera

 

 

Der Tempel von Dendera

 

Der genaue religiöse Unterschied zwischen den Tempeln liegt in inneren Strukturen, die nicht so einfach als "Gottes-Häuser" zusammengefasst werden können. Nefretetes Tempel in Abu Simbel scheint sicher für die Göttin Hathor bestimmt. Aber auch hier scheint die Beherbergung dieser Göttin nicht der einzige Grund gewesen zu sein. Das Gebäude war für politische Zwecke genauso wichtig wie für religiöse. Diese spektakuläre Anlage in Abu Simbel, die aus ihrem Tempel und dem größeren ihres Ehemannes Ramses II bestand, war nicht bloß eine Tempel-Anlage. Es waren auch offene Zurschaustellungen Ägyptens Ruhm für die südlichen Nachbarn.

Andere Anlagen passen überhaupt nicht in die Definition eines "Gottes-Hauses". Der Sed-Festival Tempel in dem die Geburtstage des Königs gefeiert wurden, scheint völlig andere Zwecke besessen zu haben und die so genannten ka-Tempel waren Residenz der Seele des Königs und nicht seines Körpers.

Nichtsdestotrotz wollen wir diese religiösen Anlagen alle Tempel nennen und das gesagte im Hinterkopf behalten.

Aus der Dynastischen Zeit finden sich Tempel im ganzen Land, die best und meist erhaltenen sind jedoch im Süden. Verschiedene Vehrungszeremonien dürften darin vollzogen worden sein, genau wie andere Dinge. Manche Tempel waren wichtiger und für Hauptgötter bestimmt, während andere einer Anzahl mehrerer Götter diente. Manche waren Toten-Tempel für den vergöttlichten toten König und kümmerten sich um seine kultische Verehrung. Es gab auch Tal-Tempel die oft nicht mehr waren als eine monumentale Eingangshalle, die durch einem Damm mit der Toten-Halle des Königs verbunden war. Spezialisierte Tempel dienten allen möglichen verschiedenen Zwecken, sie der Sed-Festival Tempel, die ka-Tempel, Sonnentempel und Krönungstempel unter anderem.

 

Viele Tempel sind komplexe Gebäude-Systeme, die über Generationen von Pharaonen hinweg erweitert wurden. Der Karnak und der Luxor Tempel ist nur ein erhaltenes Beispiel, es gibt aber unzählige im Norden gelegene Tempel, die, wären uns ihre Mauern erhalten, dem Karnak Tempel Konkurrenz bieten könnten.


Viele Tempel entsprechen einem Grundriss von Gängen, der sich in wenigen Abweichungen als Tradition fortgesetzt hat. Die Totentempel der Könige aus der 5. Dynastie hatten alle einen äußeren Raum und ein inneres Heiligtum. Dieser äußere Raum bestand aus einem Eingangsportal, dem ein besäulter Damm folgte. Die Säulen waren oft mit Inschriften über den Namen des Königs und seinen Titeln beschriftet und die nördlichen Säulen zeigten Szenen, die die Symbole der nordägyptischen Götter enthielten. Gleiches gilt für die südlichen Säulen. Viele zusätzliche Kammern konnten auch Teil des äußeren Bezirks sein, wie eine Art Empfangsraum oder ein Wachraum. Zwischen der Tempelaußenseite und dem inneren Bereich gab es üblicherweise einen Korridor und in der Mitte dessen langer Westwand eine Tür, die in den inneren, heiligen Bereich führte. Dessen vorderer Bezirk war eine Kapelle mit fünf Nischen für Figuren. Hinter der Kapelle war die Schauhalle gelegen, mit einer falschen Türe an der Westwand, die zur Pyramide zeigte. Vor dieser Tür war der Schaualtar. Teilweise gab es auch hier zusätzliche Räume, wie ein Foyer und Vorkammern. Ein Lagerraum und andere Anbauten zu beiden Seiten des Haupttempels können sowohl für den inneren wie äußeren Tempelbereich bestehen.

 

Andere als Totentempel verfügten auch häufig über Dämme, Kapellen, Schauhallen, Foyes, Vorkammern und waren den Totentempeln ähnlich. Sie variieren sehr in Stil und der Kombination ihrer Elemente, aber auch die Tempel, die für bestimmte Gottheiten gebaut wurden, entwickelten einen einheitlichen Stil (einige Ausnahmen ausgeschlossen). Einer der Hauptunterschiede zwischen Totentempeln und anderen war, dass die übrigen Tempel oft mehreren Königen gehörten oder von ihnen in Besitz genommen wurden. In seltenen Fällen, wie dem von Djoser in Saqqara, könnte auch ein Totentempel zur Verehrungsstätte für Götter allgemein werden und von anderen Königen mit Zusatzbauten bestückt. Allgemein kann aber gesagt werden, dass Totentempel nach ihrer Fertigstellung nicht mehr umgebaut oder erweitert wurden. Deshalb sind ihre Überreste auch einfacher als die vieler anderer Tempelanlagen.

Später Tempel nahmen die Form einer Festung an, mit massiven Eingangsportalen und Umgebungsmauern, riesigen Dämmen, Säulenhallen und heiligen Innenbezirken.

 

Topics Applicable to Temples and Chapels

 

 


Specific Temples and Chapels

 

For Pyramid Mortuary Temples, see Ancient Egyptian Pyramids

 

  • Abusir, Tell Atrib (Arhribis), Ausim (Letopolis), Behbeit el-Hagar, & Tell el- Dab'a
  • Ezbet Rushdi, Tell Far'un, Kom el-Hisn, Kom Abu Billo & Tell el-Maskhuta
  • Tell el-Muqdam (Leontopolis), Tell el-Qirqafa and Tell el-Rub'a (Tell El Robee, Greek Mendes)
  • Tell el-Retaba, Saft el-Hinna, Samannud (Sebennytos) and Tell el- Yahudiya
  • Temples belonging to Amenhotep I, Amenhotep II, Siptah, the Colonnaded Temple of Ramesses IV, the Ramessid Temple, the Chapel of the White Queen and the private temple of Nebwenenef
  • - Temples of Ramesses IV (mortuary), Amenophis son of Hapu, Tuthmosis II, and the North and South temples at Nag Kom Lolah


  • Temple of Amenhotep I, the Hathor Chapel of Seti I, the Ptolemaic Temple of Hathor, and a small Temple of Amun.


  • - Mortuary Temple of Tuthmosis III, and the temples of Tuya and Nefertari, Tuthmosis IV, Wadjmose and Siptah and Tausert


References:

 

Title Author Date Publisher Reference Number
Atlas of Ancient Egypt Baines, John; Malek, Jaromir 1980 Les Livres De France None Stated
Complete Temples of Ancient Egypt, The Wilkinson, Richard H. 2000 Thames and Hudson, Ltd ISBN 0-500-05100-3
History of Egyptian Architecture, A (The Empire (the New Kingdom) From the Eighteenth Dynasty to the End of the Twentieth Dynasty 1580-1085 B.C. Badawy, Alexander 1968 University of California Press LCCC A5-4746
Mythical Origin of the Egyptian Temple, The Reymond, E. A. E. 1969 Manchester University Press G.B. SBN 7190-0311-3
Oxford History of Ancient Egypt, The Shaw, Ian 2000 Oxford University Press ISBN 0-19-815034-2

 

 

 

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